Was ist Hypnose?
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Hypnose ist ein völlig natürlicher, angenehmer Bewusstseinszustand, welchen man auch im Alltag immer wieder spontan erleben kann, so z.B. ein Reisender, der auf einer langen Zugfahrt vor sich hindöst; ein Schüler, der im Unterricht Tagträumen nachhängt und seine Umgebung nur noch wie von ferne wahrnimmt; ein Autofahrer, der am Ziel ankommt, ohne sich an ein einziges Detail der Strecke, die er zurückgelegt hat, zu erinnern. |
Hintergrund / Entwicklungsgeschichte
Der Zustand der Hypnose wurde wissenschaftlich genau untersucht. Man stellte fest, dass während der Hypnose die entwicklungsgeschichtlich sehr alten Gehirnregionen (Hirnstamm und limbisches System) verstärkt durchblutet werden. Deshalb liegt die Annahme nahe, dass die Hypnose der „Ur-Bewusstseinszustand“ ist. Durch Hirnstrommessungen wurde verifiziert, dass Kinder ca. bis zum 7. Lebensjahr in einer Art „Dauerhypnose“ leben, je jünger das Kind, desto tiefer (aus diesem Grunde lernen Kinder sehr schnell und alle Erfahrungen (positive wie negative) werden rasch im Unterbewusstsein verankert).
Hypnotische Phänomene durchziehen die gesamte Menschheitsgeschichte.
Von Priestern gegebene Heilsuggestionen sind bereits seit dem Jahr 3000 v. Chr. belegt (z. B. bei den Griechen, aber auch in Indien).
Wesentliche Entwicklungsschritte der Hypnosetherapie waren im 18. Jhdt. der „Mesmerismus“ (Franz Josef Mesmer, Deutschland), im 19. Jhdt. der „Hypnotismus“ (James Braid, England) und der Einsatz der Hypnose in der Tiefenpsychologie und Psychoanalyse (Sigmund Freud / Josef Breuer, Österreich).
In der Folgezeit, insbesondere im 20. Jhdt., erfuhren die Techniken der Hypnosetherapie wesentliche Weiterentwicklungen, die u. a. Barber, Hilgard und Milton Erickson zu verdanken sind.
Anwendungsgebiete der Hypnosetherapie
- Ängste (Phobien, Panikattacken, Angst in engen Räumen, Angst vor Krankheiten, Redeangst, Flugangst u. a.)
- Depressionen
- Zwänge (Waschzwang, Putzzwang, Kontrollzwang u. a.)
- Psychosomatische Beschwerden (Magen-Darm-Beschwerden, Hautprobleme, Migräne u. a.)
- Psychische Symptome (Stottern, Bettnässen, Nägelkauen, Schüchternheit u. a.)
- Aufarbeitung traumatischer Erlebnisse (Überfälle, Unfälle, Katastrophen u. a.)
- Verhaltensänderungen (Essverhalten, Trinkverhalten, Rauchverhalten u. a.
- Stress-Bewältigung (z. B. Burn-out-Syndrom)
- Vorbereitung auf Operationen, zahnärztliche Eingriffe, Geburten
- Schmerzkontrolle
- Begleittherapie bei Krebserkrankungen
- Begleitung in Lebenskrisen und bei Partnerschaftsproblemen
Arten der Hypnosetherapie
Die unterschiedlichen Probleme machen ein individuelles Vorgehen erforderlich:
- Suggestivtherapie
- Dynamische, lösungsorientierte Therapie
- Hypnoanalyse
In einer effektiven und seriösen Hypnosetherapie kommt niemals nur eine dieser Möglichkeiten zur Anwendung, vielmehr erfolgt der Einsatz stets der aktuellen therapeutischen Situation angepasst.
Suggestivtherapie:
Eine suggestive Hypnosetherapie wird z. B. durchgeführt, wenn das therapeutische Ziel eine tiefe Entspannung oder eine Verhaltensänderung ist.
Dynamische, lösungsorientierte Therapie:
Diese Form der Hypnosetherapie wird durchgeführt, wenn vorhandene Ressourcen bewusst gemacht und gestärkt werden sollen.
Z. B. Unterstützung bei Gewichtsreduktion oder Raucherentwöhnung, bei Redeangst oder Prüfungsängsten, Stärkung des Selbstbewußtseins, Leistungssteigerung, Vorbereitung auf ärztliche/zahnärztliche Eingriffe/Operationen, Geburtsvorbereitung u. a. Unterstützend wirken hier individuell erstellte CD’s zur Selbsthypnose.
Hypnoanalyse:
Die Ursachen von Problemen können sehr tief liegen (z. B. bei Ängsten, Depressionen). Werden solche Probleme nur mit Suggestionen angegangen, so können sie sich möglicherweise vorübergehend bessern, sie können auch verschwinden, werden dann aber zurückzukehren oder es kann in der Folgezeit zu einer sogenannten „Symptomverschiebung“ kommen, d. h., das ursprüngliche („wegsuggerierte“) Symptom bleibt zwar erschwunden, aber an seiner Stelle tritt ein neues auf (z. B. verschwindet die Migräne, aber es stellt sich eine Depression ein).
Mittels einer Hypnoanalyse können die eigentlichen Ursachen des Problems aufgedeckt und dann be- und schließlich verarbeitet werden. – Erst wenn das geschehen ist, wird das Symptom dauerhaft verschwinden.
Ablauf einer Hypnosetherapie
Vor Beginn einer Therapie führe ich immer ein Erstgespräch durch, in welchem ausführlich über das bestehende Problem gesprochen wird. Hier können auch alle Fragen gestellt werden, die sich im Zusammenhang mit Hypnose/Hypnosetherapie ergeben. Dieses Gespräch, welches immer kostenfrei und unverbindlich ist, soll natürlich auch dem gegenseitigen Kennenlernen dienen, denn eine Vertrauensbasis ist die Grundvoraussetzung einer jeden Therapie.
Die therapeutische Hypnose kann auf verschiedene Arten eingeleitet werden (eine klassische wäre z. B. die Fixation eines Punktes). Sobald die erforderliche Trancetiefe erreicht ist, erfolgt die eigentliche Therapie, die sich bei jedem individuell und immer der aktuellen Situation angepasst gestaltet. Zum Schluß wird die Hypnose wieder ausgeleitet, so dass Sie wieder im vollen Wachbewusstsein entspannt und gelöst in den Alltag zurückkehren können.
Hypnosetherapie und Homöopathie
Die Hypnosetherapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren, die Wirkung der homöopathischen Mittel erstreckt sich nicht nur im körperlichen, sondern insbesondere auch im psychischen Bereich. Beide Therapiearten ergänzen sich in optimaler Weise.
(siehe auch: Homöopathie)
